Oberuzwiler Maibaumfest 2026
Am diesjährigen ersten Mai-Wochenende war Oberuzwil eine einzige Festhütte. Die hiesige Raiffeisenbank bot fast zeitgleich zwei Festivitäten im Dorf an. Das liess den Männerchor Frohsinn aber völlig kalt, denn sie haben seit Beginn dieses Festes im Jahre 2017 jeweils den ersten Samstag im Mai dafür reserviert.
Ein Fest für alle
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, so dass bald alle Bänkli rund um den Dorfplatz von Festwilligen besetzt waren. Auch im grossen Festzelt musste man einen freien Platz suchen.



Der Anlass soll ja auch ein Fest für alle sein, für alle Generationen. Es vergnügten sich denn auch auffällig viele eher kleinere Kinder zwischen all den Akteuren. Auch die Jungschi war vor Ort. Neben dem Brunnen bei der Alterssiedlung Kapellstrasse verbreiteten zwei, drei kichernde Lausbuben ein Weilchen «Angst und Schrecken» bei Vorbeigehenden, indem sie diesen aus Bechern Wasser nachwarfen und sich über die Abwehrreaktionen diebisch freuten.





Pläuschlermusik Oberuzwil
Die Pläuschler-Musik Oberuzwil spielt seit Beginn der Maibaum-Feste jeweils auf. Ihre Musik passt sehr gut zu einem Volksfest dieser Art. Céline Häberli ist seit Jahren eine Art «Maskottchen» dieser Formation. Sie singt Helene-Fischer Hits und andere Evergreens.Im Zelt kam ihre Stimme manchmal etwas verzerrt an, aber der Dorfplatz ist ja auch keine Konzerthalle. Im Freien dagegen tönte alles wie aus einem Guss. An so einem Anlass muss man auch immer gegen den Geräuschpegel der Festenden ankämpfen. Man trifft sich ja auch zum Austausch…

Rassige Line-Dance…
Der Dorfplatz eignet sich für dieses Fest ausgezeichnet, auch wenn da der eine oder andere Pflasterstein unterdessen zum Stolperstein werden könnte. Da ist jedoch bereits eine Verbesserung geplant. Dies hielt die Mitglieder des «Dance-Saloon Uzwil» jedoch keineswegs davon ab, rassige Line-Dance-Stücke vorzutanzen. Mit ihren hübsch gezöpfelten Frisuren und dem Cowboy-Look brachten sie etwas Wildwest-Feeling auf den Platz. Mit der Frisur konnte der einzige Herr in der Gruppe allerdings nicht mithalten…
… sowie Zumba-Darbietungen
Später zeigte die Tanzgruppe auch schweisstreibende Zumba-Choreografien. Alle Darbietungen wurden von einem ganzen Pulk kleiner Mädchen und Buben aufs Genauste beobachtet. Diese hatten schon vorher ihre eigene Unterhaltung gestaltet. Ein Mädchen schlug trotz Röcklein ungeniert immer wieder ganz gekonnt das Rad. Und ein kleiner Bub hatte den Dreh nach kurzem Zuschauen schon schnell heraus, machte alle Bewegungen nach, immer gekonnter, am Schluss hätte er vermutlich ohne Weiteres bei einer dieser Choreografien mittanzen können. Es war eine Freude, ihm zuzuschauen!


Hauptattraktion Maibaum
Den Einzug des Maibaums gestalten die Männerchörler immer zu einem Spektakel. «Häuptling»– sprich Chorpräsident – Thomas Künzle voraus, die restlichen starken Männer hinterher. Wobei es diesmal kaum so viele Träger gebraucht hätte, aber es ist verständlicherweise immer eine Ehre, diesen geschichtsträchtigen Baumstamm auf dem Weg zum Stammplatz mitten auf dem Dorfplatz mitzutragen. Das Aufstellen unterliegt klaren Regeln. Mit Haken und Seilen wird der Stamm jeweils aufgezogen, die Spitze wurde vorher auf Platz montiert.




Generationenprojekt
Diesmal flatterten 100 herzige bemalte Vögelein an einer Art Adventskranz rund um den Baum. Die farbenfrohen Bildchen waren in verschiedenen Kindergärten kreiert worden, auch dies ein Zeichen der Verbundenheit zwischen den Generationen. Die Vögelchen bewegten sich schon beim kleinsten Windstoss. Man kann sich allerdings kaum vorstellen, dass richtige Männer den diesjährigen Maibaum erklettern würden, wie man(n) das in Bayern macht, denn dafür war der Baumstamm dann etwas doch gar zu schlank.
Ein «Ständli» gehört dazu
Auch diesmal luden die Männerchörler anwesende mutige Männer zum Mitsingen auf. Einige folgten denn auch fast etwas scheu dieser Einladung. Dirigentin Heidy Gerber war im Element und feuerte die Sänger mit grossem Einsatz zu Höchstleistungen an. Allerdings ist an diesem Fest nicht der Gesang das Wichtigste, sondern dass sich viele Leute auf diesem gemeinsamen Platz treffen, sich austauschen und so Gemeinschaft pflegen.

Hauseigenes Bier
Auch sonst kann man sich an einem Maibaumfest immer vor Ort verpflegen. Vor dem VOLG waren Stände mit süssen Versuchungen aufgebaut worden. Auch für «fleischliche Genüsse» war gesorgt worden.

Hausbrauer Philipp Alder hatte diesmal seine Braumenge auf 150 l angehoben. Diesem Wundergetränk wurde eifrig zugesprochen. Auf den Tischen konnte man viele Biergläser und glückliche Gesichter von Bierfans entdecken. Offenbar versteht der Mann sein Handwerk.
Aus Rücksicht auf die Nachbarn rund um den Dorfplatz endete das Fest um 22:00 Uhr. Am Sonntag wurde dann alles wieder zurückgebaut.