Grossaufmarsch an der 192. HV der Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil

Grossaufmarsch an der 192. HV der Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil

19. Januar 2026 Aus Von Annelies Seelhofer-Brunner

Diesmal musste sich der Vorstand auf die Bühne «retten», denn die 127 Anwesenden brauchten allen Platz im grossen Saal. Die Gesellschaft hat aktuell 302 Mitglieder auf ihrer Liste. Dass ihre Veranstaltungen praktisch immer sehr gut besucht sind, freut den Vorstand. Und dass da immer auch zahlende Nichtmitglieder im Publikum sitzen, freut wiederum Adrian Müller, den Kassier, Co-Präsident und Finanzchef der Gesellschaft. «Verein» darf man die Organisation ja nicht nennen, fehlen da doch Statuten, welche für einen Verein zwingend sind.

Adrian Müller und seine Frau Elsbeth hatten den grossen Saal diesmal mit einem sehr dezenten, edlen Blumenflor geschmückt. Die etwas verhaltenen Farben passten bestens zum winterlichen Wetter. Der ganze Saal sah richtig festlich aus.

Musikalische Begrüssung

Die junge Hackbrettspielerin Lea Brühwiler aus Wilen bei Wil erfreute zu Beginn der Versammlung mit zu Herzen gehenden Musikstücken. Bereits das erste Werk «Blueme» der Gruppe «Heiweh» animierte zum Nachdenken. Wie viel besser ist es doch, Blumen den «Lebendigen» zu schenken, solange sie sich daran freuen können. «Alls was bruchscht of de Welt, das isch Liebi» wurde schon bald von den Anwesenden mitgesummt. Auch ein Senn auf dem Tanzboden trat sinnbildlich auf, offenbar ein eher zahmer Typ. Dass man auf dem Hackbrett praktisch alles spielen kann, hat sich unterdessen bestimmt herumgesprochen. «Popcorn» der Gruppe «Hot Butter» brauchte viel Konzentration. Auch «Erinnerungen an Zirkus Renz» – ein Renommierstück, vor allem durch den Hackbrettvirtuosen Nicolas Senn populär gemacht – gefiel, nicht nur der Interpretin, sondern auch dem Publikum. Und weil auch eine Zugabe gewünscht worden war, durfte noch ein Herbstzäuerli genossen werden. Adrian Müller hatte vorsichtshalber auch Visitenkarten der jungen Frau bei sich, man könne sie nämlich auch engagieren…

Geschäftlicher Teil

Auch ohne eine Traktandenliste werden die Geschäfte der Donnerstags-Gesellschaft ordnungsgemäss abgewickelt. Aus dem Vorstand fehlte Ellen Schout Grünenfelder, die erst kürzlich ein Knie hatte operieren lassen müssen. Ihr wünschte das Gremium beste Genesung.

Co-Präsident Adrian Müller – er ist auch der «Finanzchef» der Gesellschaft – begrüsste erst besondere Gäste. Aus dem Gemeinderat hatte Patrick Schätti sich diesen Abend freigehalten. Es gibt aber immer auch andere Veranstaltungen, die gerne jemanden aus dieser Behörde an ihrer Versammlung hätten. Jürg Grau von Uzwil24 wurde als Berichterstatter willkommen geheissen.

Diesmal amtete der Vorstand auf der Bühne: von links: Co-Präsidentin Brigitt Klaus-Hasler, Tom Hofstetter, Co-Präsident Adrian Müller, Marlies Gemperle Berger, Kurt Rüfli auf dem Bild fehlt Vorstandsmitglied Ellen Schout Grünenfelder

Kasse

Dank höherer Mitgliederbeiträge und der Unterstützung durch ThurKultur und die Max und Margrit Heer-Stiftung  ist die Kasse im Lot. Es schaute sogar ein kleiner Gewinn von gut 200.00 Franken heraus, auf den Rappen genau ausgewiesen. Das Revisorenduo Claudia Kaiser-Osta und Marc Elser fand keinen Grund für irgendwelche Beanstandungen, wie Claudia Kaiser der Versammlung berichtete. In acht Jahren soll das 200. Jahr des Bestehens mit einem grösseren Fest gefeiert werden. Dafür gibt es in der Kasse bereits ein «paar Batzen» als Rücklage. Im Mitgliederbeitrag sind das Essen an der HV sowie alle kulturellen Angebote inbegriffen. Weil auch oft Nichtmitglieder die Veranstaltungen besuchen und dafür Fr. 20.00 Eintritt bezahlen, gibt das mittlerweile einen schönen Zustupf in die Kasse. das Budget sieht auch im neuen Vereinsjahr 2026 eine ziemlich ausgeglichene Bilanz vor.

Ehrung verstorbener Mitglieder

Im Lauf des Vereinsjahr bis zum Tag der HV 2026 sind 7 Mitglieder verstorben. Zum Gedenken an diese Personen sprach Adrian Müller ein paar besinnliche Bibelworte aus Mose 24, Vers 56 «Haltet mich nicht auf, denn Gott hat Gnade zu meiner Reise gegeben». Dies wurde zu einem kurzen, stillen Programmteil. Üblicherweise wird zu einer «Trauerminute» mit Aufstehen gebeten, was immer von einen Lärm durch Stühlerücken begleitet wird, welcher die feierliche Stimmung stört.

Rückblick auf die Angebote des vergangenen Vereinsjahres

Auch im Jahr 2025 wurden vier ganz unterschiedliche Anlässe angeboten. Am 24.04.2025 war die Alte Gerbi Schauplatz schauriger Vorgänge, durch die stimmgewaltigen Frauen von «si jamais» herrlich vorgetragen.

Am 19.06.2025 bescherte die a capella-Gruppe Stimmband mit dem Vorstandskollegen Tom Hofstetter als Mitglied in der evangelischen Kirche Oberuzwil eine bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche. Der Applaus war denn auch ohrenbetäubend und langanhaltend.

An der Veranstaltung vom 18.09.2025 im Singsaal der Oberstufe Schützengarten verblüffte, ja verzauberte der Baselbieter Urs Rudin mit seinen Sandskulpturen, verbunden mit viel Wissenswertem über Musik und deren Herkunft, welches er am Klavier virtuos unterstrich. Es war ein Abend zum Staunen.

Und am 27.11.2025 gab es ein Stelldichein mit Kindern aus der Musikschule Oberuzwil-Jonschwil, dies aus Anlass ihres 50jährigen Bestehens. Auch dieser Abend beglückte das Publikum.

Ortsmuseum

Roland Schluchter berichtete von der laufenden Ausstellung im Ortsmuseum Oberuzwil. Noch zwei Mal – immer am zweiten Sonntag im Monat – hat die Bevölkerung die Möglichkeit, die Geschichte der Freibadi Ghürst näher zu studieren. Im oberen Stock stellt zudem Manfred Bollen aus Oberuzwil seine feinfühlig gemalten Bilder aus.

Jahresprogramm 2026

Die Donnerstags-Gesellschaft stellt dieses Jahr an drei Abenden musikalische «Spezialitäten» vor. Sie hat dazu wie immer namhafte Künstlerinnen und Künstler engagiert.

Am 23. April 2026 wird das Programm mit viel jugendlichem Schwung und musikalischem Können in der evangelischen Kirche Oberuzwil eröffnet. Wer die Formation schon gehört – und gesehen! – hat, wird sich auch dieses Konzert nicht entgehen lassen. Und wer sie noch nie erlebt hat: Unbedingt hingehen und sich an den jungen Künstlerinnen und Künstlern freuen. Ihr Dirigent Dai Kimoto hat die Jugendband vor 25 Jahren gegründet und ist mit ihr schon in unzählige Länder gereist, so auch schon mehr als einmal in Komotos Heimat, nach Japan. Dabei bekommen die Jugendlichen im Alter zwischen ungefähr 10 und 17 Jahren auch Solo-Einsätze. Dabei ist immer die Freude am musikalischen Miteinander das wichtigste Element, nicht Drill und Stress. Jahr für Jahr erneuert sich die Formation zudem wegen der Altersobergrenze.

Am 4. Juni 2026 kommen alle Fans von Schreiber vs. Schneider auf ihre Rechnung. Seit vielen Jahren teilt das Ehepaar seine familiären Erlebnisse mit der Leserschaft der COOP-Zeitung, tritt in Bibliotheken und an Vereinsabenden mit seinen Lesungen auf und erlebt dabei bestimmt immer mal wieder das eine oder andere Kopfnicken des Publikums. Im Kirchgemeindehaus Oberuzwil kommt nun die einmalige Gelegenheit, den Alltag des Paares mit dem eigenen Leben vergleichen zu können.

Nach der Sommerpause tritt am 24. September 2026 das «Odeon Chôro Quintett» in der Alten Gerbi auf. Laut Programm wird hier ein ganz bestimmter Musikstil dargeboten, eine Mischung aus europäischer Musik mit der von afrikanischen Sklaven. Man nennt ihn auch den «Brasilianischen Blues» – «chôrar» bedeutet «weinen»

Und zum Abschluss der Anlassreihe gibt es am 5. November 2026 um 19:30 Gelegenheit, in der Andreas-Kirche in Gossau SG eine Orgelführung mitzumachen. Organist Mauro Rezzonico wird in die Geheimnisse dieses besonderen Instruments einführen und dazu auch Kostproben aus seinem Repertoire zu Gehör bringen.

Die Mitglieder bekamen gleich nach Bekanntgabe des neuen Programms dieses in hübscher Aufmachung auf einem A4-Blatt, genau richtig, um an der Pinwand aufgehängt zu werden. Adrian Müller brachte jedem Mitglied das Couvert persönlich an den Tisch.

Gesellschaftliches

Zur HV gehört auch ein gemeinsames Nachtessen, diesmal gekocht vom Team unter Küchenchef Maik Stark in der Küche der Sonnmatt in Niederuzwil. Einsatzfreudige Frauen des Oberuzwiler Frauenvereins besorgten den Service. Alle lobten das feine Menü, hungrig musste niemand heimgehen. Bei Gesprächen und Guetzli schmausen klang der interessante Abend aus. Nach dem Freikratzen der Scheiben konnte die Heimfahrt unter die Räder oder der Heimweg unter die für eisige Wege beschuhten Füsse genommen werden.