Diesmal hielten Kinder der 3. Klassen die Predigt
Die Kinder der dritten Klassen feierten mit ihren Religionslehrerinnen Chantal Hafner, Elisabeth Waespe und Christine Schneider zum ersten Mal das Abendmahl. Zu Beginn des sehr gutbesuchten Gottesdienstes zogen sie mit Kerzen in der Hand und in teilweise historischen Kleidern zur Musik des Pianisten Christian Schneebeli in die Kirche ein. Schon vom ersten Lied an, geleitet und begleitet von René Schärer und dem Organisten, waren die Kinder voll dabei. Erst erklärte eines, es sei blöd, dass man nie verstehe, was der Pfarrer erzähle. Da meinte eine Kollegin, dieser sitze heute sowieso im Pfarrhaus fest, denn sie habe den Schlüssel versteckt. Später tauchte der Pfarrer allerdings völlig unbeschadet wieder auf…
Stimmige Einführung ins Thema
Eine Teilete auf einem symbolträchtigen Tischtuch.

Die kurze, sehr ernsthaft vorgetragene Einstimmung in das Thema eines Bibeltextes – Johannes 6, Verse 1-15 – geschah auf äusserst anschauliche Weise. Es geht um das Wunder der «Speisung der Fünftausend», wie es im biblischen Bericht heisst. Die Religionslehrerinnen hatten dazu ein kleines Theater vorbereitet, von Religionslehrerin Chantal Hafner und ihren Kolleginnen Elisabeth Waespe und Christine ruhig und hilfreich unterstützt. Beim Singen konnten die Kinder auf einem mit Grossdruck beschriebenen A4-Blatt die Texte nachlesen, falls sie diese nicht genau im Kopf hatten.
Die Gemeinde ihrerseits sah den Text auf der Leinwand. Die Kinder benutzen routiniert das Mikrofon, gaben es jeweils sofort an die Mitbeteiligten weiter und sprachen laut und deutlich. Es gab kaum ein Stocken, alles kam aus einem Guss. Man spürte: Sie hatten sich mit ihren Religionslehrerinnen gründlich auf diese besondere Feier vorbereitet. Und sie hatten auch die Aussagen verstanden, plapperten nicht einfach etwas daher.
Nahe am Geschehen

Plötzlich war man beim Geschehen ganz nahe dabei. Da begegnen sich Frauen und Männer. Zwei Mädchen berichten aufgeregt: .
«Meine Eltern haben gestern erfahren, dass der bekannte Prediger Jesus am See bei Kapernaum predige. Da sind wir zusammen auch hingegangen. Jesus hat uns – es waren unzählige Leute da – angewiesen, uns zu setzen. Ich hatte zwei getrocknete Fische und fünf Fladenbrote eingepackt. Einer der Jünger von Jesus sah das und bat, sie ihm zu geben. Diese zwei Fische und fünf Fladenbrote sollten die ganze Menge satt machen. Doch es gab auch kritische Stimmen. «Das reicht doch nie!» «Das kann niemals stimmen!» und dergleichen war zu hören. Und doch blieb nach der grossen Speisung noch ganz viel an Resten übrig. Es war alles einfach ein riesiges Wunder!»
Gedanken zum Gehörten
Die Kinder erzählten in eigenen Worten, was ihnen die Begriffe «Teilen», «Vertrauen», «Glauben» sowie «Danken» bedeute: Teilen macht glücklich, und zwar beide Seiten – Gebende und Nehmende. Vertrauen fühlt sich gut an, nimmt die Angst. Gottvertrauen beschützt. Danken macht zufrieden mit dem, was man hat. Und Wunder gibt es immer wieder. Man muss sie nur sehen. So beispielsweise, wenn ein Streit wieder beigelegt werden kann. Ihr Schlusswort: «Vielleicht sagen wir heute wieder einmal ganz bewusst DANKE!» Mit einem «Amen» beendeten die Kinder ihre «Predigt».


Sichtbarmachen des Gehörten
Die vier Begriffe wurden danach von den Religionslehrerinnen an einen vorbereiteten Kartonbaum geheftet. Nach den Fürbitten, von einigen Kindern engagiert vorgetragen, sprach Pfarrer René Schärer die Einsetzungsworte zum Abendmahl. Danach empfingen die Kinder zum ersten Mal Brot und Rebensaft. Beim Austeilen des Abendmahls durften die, die wollten, diese Gaben auch den vielen Menschen in den Kirchenbänken verteilen. Mit grossem Ernst gingen sie dieser Aufgabe nach.



Verabschiedung von Diakon Kurt Pauli
Im Gottesdienst wurde zudem Diakon Kurt Pauli in die Pensionierung verabschiedet. Kirchenpräsident Hans Peter Hug merkte in seiner kurzen, sehr persönlichen Ansprache an, dass einiges zurückbleiben werde, selbst wenn Pauli nicht mehr da sei, beispielsweise die Idee eines Fondue-Häuschens während des Advents auf dem Dorfplatz. Kurt Pauli hat neue Impulse eingebracht, so beispielsweise auch das «Kochen miteinander.» Eleanora Zingg und Bettina Augustin überraschten Pauli mit einer emotionalen Geste und bedankten sich für sein Einstehen für die Gemeinschaft. Alle Mitwirkenden wurden am Schluss der Feier mit herzlichem Applaus bedacht. Mit einem Segenslied und dem Segen schloss der Gottesdienst. Die Kinder versammelten sich danach zu einem gemeinsamen Föteli.


Apéro
Nach dem Gottesdienst waren alle zu einem reichhaltigen Apéro ins Kirchgemeindehaus eingeladen. Das ist immer ein beliebter Anlass zu persönlichen Gesprächen. Hier wurde Kurt Pauli von vielen Anwesenden noch ganz persönlich mit einem Händedruck und einem «Dankeschön» verabschiedet. Als Dank von seiner Seite verteilte er je eine rote Rose an seine Weggefährten und Gefährtinnen während seiner Zeit in Oberuzwil. Nun kann er neue Wege in eine selbstgestaltete Zukunft gehen.


