151.GV der Clientis Bank Oberuzwil AG – «Setzen wir uns zusammen»

151.GV der Clientis Bank Oberuzwil AG – «Setzen wir uns zusammen»

24. März 2026 Aus Von Annelies Seelhofer-Brunner

Die sogenannte «Banknacht» ist für Aktionärinnen und Aktionäre der Clientis Bank ein Höhepunkt im Jahr. Schon beim Eingang erfreuen Jahr für Jahr spezielle Blumenarrangements. Im Foyer läuft eine Schau mit wechselnden Porträts der Bankmitarbeitenden, man fühlt sich sofort wertgeschätzt und willkommen geheissen. Während zweier Tage hatten auch diesmal unzählige Mitglieder des Bank-Teams die doch eher kühle Halle der MZA Breite in eine Art Bankettsaal verwandelt. Das Resultat konnte sich wahrlich sehen lassen! Eine Augenweide sind immer auch die Blumensträusse auf den Tischen, von der Gärtnerei Nützi liebevoll und unaufdringlich zusammengestellt. Und seit an den grossen Fenstern sowie der Halleninnenwand grosse Bildschirme die Illusion von Ausblicken in die Natur vermitteln, bekommt man ein Gefühl von Weite trotz Hallenwänden.

Bericht des Verwaltungsrates

Verwaltungsratspräsidentin Dr. Barbara Lorenz begrüsste erst aufs Herzlichste die vielen Gäste, so den ehemaligen Gemeindepräsidenten Cornel Egger – seines Zeichens unabhängiger Stimmrechtsvertreter -, den Jonschwiler Gemeindepräsidenten Philipp Egger, den Oberuzwiler Gemeindepräsidenten Andreas Eisenring sowie den ehemaligen, langjährigen Bankleiter Adrian Müller und weitere Spezialgäste. Auch der Presse wurde gedankt.

Dann pickte die VR-Präsidentin einzelne Höhepunkte aus dem Geschäftsjahr 2025 heraus. Die Bank ist erneut  gewachsen, die Bilanzsumme hat die Milliardengrenze unterdessen überschritten.

Besonderes Augenmerk wurde auf diese Punkte gelegt:

  • Einführung neuer Mobile-Banking- und e-Banking Lösungen im Geschäftsjahr 2026
  • Digitalisierung von Hypotheken-Dossiers
  • Ausbau des Cyber-Risikomanagement – immer wichtiger!
  • Investitionen in die Weiterbildung der Angestellten
  • Einführung von TWINT
  • Einsatz für regionale Verankerung
  • Nachhaltigkeit, gerade auch im Bereich Hypotheken (Co2-Ausstoss, gute Dämmung, erneuerbare Energien) und bei anderen Anlagemöglichkeiten. Wenn immer möglich werden bei Anlässen auch gewerbliche Betriebe im Dorf berücksichtigt.
  • Ergänzung der Statuten – Anpassung an die Vorgaben der FINMA
  • Kapitalerhöhung 2026

Lagebericht des Vorsitzenden der Geschäftsleitung

Andreas Mäder berichtete in kurzen Zügen über den Geschäftserfolg des vergangenen Geschäftsjahres. Der Gewinn fiel trotz herausfordernder Weltlage mit 3,74 Millionen Franken erfreulich aus. 35 Personen arbeiten in der Bank mit, was auf Vollzeitstellen ausgerechnet 24,8 Stellen ausmacht. Die Bank hat – auch dank der Nullzinspolitik der Nationalbank – erfreulich viele neue Hypotheken errichten können. Er verglich die 0 % mit einem Sommersonnentag für die Bauherrschaft, während es für die Sparer eher nach einem Tiefdruckgebiet aussehe. Die hiesige Clientis Bank ist zudem ein wichtiger Arbeitgeber in der Gemeinde. Man investiert hier in Menschen, was schon VR-Präsidentin Lorenz betont hatte. Es werden Praktikumsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten geboten. Das zieht auch junge Leute an, wie man bei der Fotoschau am Eingang unschwer feststellen konnte.

Wer sich in die Geschäftsergebnisse näher vertiefen möchte, kann alle wichtigen Kennzahlen im Geschäftsbericht 2025 nachlesen.

Zügige Geschäftsabwicklung

Die Abwicklung der Traktandenliste durch die VR-Präsidentin ging zügig über die Bühne. Neu müssen auch alle Enthaltungen bei Abstimmungen erfasst werden. Da alles einstimmig angenommen wurde, musste nie ausgezählt werden. Den ergänzten Statuten wegen der einstimmig beschlossenen Kapitalerhöhung wurde ebenso zugestimmt wie der Verteilung des Geschäftsgewinns. Die Dividende bleibt unverändert bei 14 %. Auch die Revisionsstelle PwC Schweiz wurde für ein weiteres Jahr bestätigt. Frau Lorenz drückte ihre Wertschätzung für alle am guten Geschäftsergebnis Beteiligten aus. Man spürte, dass ihr Menschen ebenso wichtig sind wie ein gutes Betriebsergebnis.

Gesellschaftliches

Zu einem schönen Abend gehört ein feines Essen. Der Catering-Service der Migros Gossau hatte die Aufgabe übernommen, den Anwesenden den Gaumen zu kitzeln. Alles schmeckte aufs Beste, alles kam warm an, alles erfreute auch das Auge. Der Service war gut organisiert und ging auch auf Spezialwünsche ein. Zuhause gibt es bestimmt selten gleich ein ganzes Ensemble an Vorspeisen und Desserts – wohl aber an der Clientis-GV. Dem Slogan der Bank «Setzen wir uns zusammen» wurde an diesem Abend augenfällig nachgelebt.

Ohne Worte aus dem Nähkästchen geplaudert

Nach dem geschäftlichen Teil wurde die Bühne freigeräumt. Für den weiteren Fortgang des Abends war die kompetente Moderatorin Alena Länzlinger – ein «Eigengewächs» der Bank – verantwortlich. Die Absolventin eines Kommunikationsstudiums führte mit viel Herz und Energie durch den kulturellen Teil des Abends.

Plötzlich standen Milchtansen, mindestens ein Alphorn, Rahmbecken und sonst allerlei Rhythmusgebendes auf der Bühne. Geschäftig und konzentriert eilte ein kraushaariger Mann hin und her… Wer im Juni 2024 die Alti Gerbi besucht hatte, ahnte bereits, was kommen werde. Damals hatte nämlich die Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil zu einem Abend besonderer Art eingeladen. Und tatsächlich!

Der unterdessen weltbekannte Perkussionist und einfallsreiche Instrumentenfinder Enrico Lenzin begeisterte auch an der Bank-GV 2026 mit einer kreativen, von verblüffenden Einfällen nur so strotzenden Show. Die quietschenden Säuli und den krächzenden Hahn wird man jedenfalls bestimmt nicht so schnell vergessen. Hier hatte das Alphorn seinen Auftritt, sei es als hoch über die Bühne geschleudertes Faltinstrument oder als Taktgeber zu Rap-artigen Klangfolgen. Überhaupt das Alphorn. Das erklang – dank Loop-Aufnahmen – in allen möglichen Varianten. Auch Kühe lieben das Alphorn, selbst in Indien waren die Leute begeistert von dessen Klang.

Man bekam allerdings im Nachhinein fast etwas Mitleid mit seinen Eltern, hat der kleine Enrico doch – wie er schelmisch erzählte – schon als kleinster Knirps auf jedes nur mögliche Ding eingedroschen, Hauptsache, es machte Lärm und konnte rhythmisch «bearbeitet» werden. Da musste sogar das Nähkästchen seiner Grossmutter herhalten. Unterdessen hat bereits eine weitere Anzahl dieser besonderen Holzkästchen unter seinem wilden Tun die Fassung verloren. Er freue sich immer auf Nachschub, mit Bezahlung natürlich, verriet er.

Auch Steppen gehört zum rhythmischen Arsenal von Enrico Lenzin…

Soziales Engagement

Die Bank hat nicht nur ein Herz für Zahlen, sondern auch eines für soziale Anliegen. Jedes Jahr wird an der GV deshalb auch an Menschen mit besonderen Bedürfnissen gedacht. Moderatorin Alena Länzlinger berichtete von einem Tag im Buecherwäldli in Uzwil, welcher Einblick in den Tag der dort in geschütztem Rahmen lebenden Menschen bot. Es lag darum nahe, den diesjährigen «Sozialbatzen» an diese Institution zu spenden. Andreas Mäder überreichte Werkstattleiter Erich Rüfenacht zu dessen grosser Freude einen Check von 5’000.00 Franken. Wenn möglich werden bei Anlässen auch gewerbliche Betriebe im Dorf berücksichtigt. An verschiedenen Sportanlässen der Region tritt die Bank zudem als Sponsorin auf.

So bunt zeigte sich die Jubiläumsgala150 Jahre Clientis Bank Oberuzwil AG vor einem Jahr.