«Nicht ohne meinen Regenschirm!»
Ungefähr so lautete das Motto der diesjährigen Oberuzwiler Chilbi. Wind und Regengüsse prägten das Bild. Wer von Osten her auf das Chilbi-Gelände kam, stutzte kurz. «Wo ist denn das Chilbi-Zelt», fragten sich manche. Hier war doch in den letzten Jahren der ökumenische Gottesdienst abgehalten worden, dazu ein Konzert am Nachmittag. Informationen kurz vor Chilbi-Beginn hatten das kurzfristig noch bekanntgemacht. Näheres dazu erfährt man im Bericht über den Ökumenischen Oberuzwiler Chilbi-Gottesdienst 2026 im Garten des BZ WOLFGANG.
Manch kleine – am liebsten beheizte – Beizli rund um das Chilbi-Gelände hatten unter diesen Umständen voll auf das richtige Pferd gesetzt. Die Standbetreiber konnten einen wirklich dauern. So verwunderte es denn auch nicht, dass sich am Sonntag die Reihen der Verkaufsstände schon ziemlich gelichtet hatten. Ein Standbetreiber meinte: «Noch einmal probiere ich es mit der Chilbi Oberuzwil. Sollte es wieder so lausiges Wetter wie schon oft und dazu eine gleich «kaufunwillige» Laufkundschaft haben, streiche ich diesen Ort aus meiner Liste.» Man kann das gut verstehen.
«Ausflug» auf den Kirchturm der Galluskirche
Urs Lenz, Mesmer der St. Gallus-Kirche bot eine Führung auf «seinen» Kirchturm an. Man hörte in seinen Ausführungen Stolz auf dieses besondere Bauwerk heraus. Die Aussicht von der obersten «Etage» aufs Dorf ist wirklich prächtig. Je höher man auf den 35 m hohen Turm steigt, desto karger wird die «Ausstattung». Durch die offene Bauweise des Glockenturms war der Lärm für manche in der Nähe wohnende Menschen unerträglich geworden. Für das Ausbleiben des nächtlichen Glockenschlags mussten deshalb verschiedene technische Vorkehrungen getroffen werden. Das Uhrwerk wurde unterdessen digitalisiert. Den Kindern imponierten die riesigen Glocken, den Grossen der technische Hintergrund. Weitere Informationen zu Turm und Glockengeläute können hier nachgelesen werden.
Leibliche Genüsse
Für das leibliche Wohl jeglicher Art war auch dieses Jahr gesorgt. Raclette im Feuerwehrdepot, griechische Köstlichkeiten oder auch einheimische Wildgerichte aus dem Chilbiwagen, aber auch andere exotische Spezialitäten sorgten für eine appetitanregende Duftwolke über dem Gelände. Schon auf dem Weg zum Chilbigelände über die Lelechtenstrasse stieg der feine Geruch von gebrannten Mandeln in die Nase – beste Werbung für all die Süssigkeiten, die da warteten. Auch eine reichhaltige Auswahl an Comestibles-Produkten – verschiedene edle Käse, auserlesener Speck und feine Wurstwaren aller Art – bot für Auge und Nase etwas. Das Angebot war allerdings vielleicht fast etwas zu hochpreisig für eine Dorf-Chilbi. Heisse Marroni waren diesmal auch äusserst begehrt, denn man war froh, wenn man sich die Hände wärmen konnte. Auch grillierte Willi-Würste waren – und das nicht nur aus diesem Grunde – sehr willkommen.
Übriges Angebot
Auch das übliche Chilbi-Angebot war zu finden, wenn auch auffiel, dass beispielsweise Stände mit Textilien diesmal nur spärlich vor Ort waren. Aber es gab auch so für Kinder Gründe genug, um das Chilbigeld mit vollen Händen auszugeben, ausser man gehörte eher zur sparsamen Sorte oder liess sich diese Genüsse sponsern…
Aus dem Wagen der Gruppierung «Halbschue» schauten fröhliche Jungmänner, die vermutlich ihre Bar-Angebote noch gar nicht selbst konsumieren durften, während vor ihrem «Stand» Halbwüchsige Nägel je nachdem krumm oder auch mit wenigen Schlägen in den «Schitertotz» hämmerten. Die Betreiber hatten diesmal den Standort ihres Wagend in die Nähe der Scooterbahn gezügelt.


Angebote für die Jugend
Für die Jugend war diesmal auf verschiedene Weise gesorgt. Auf dem Gelände der katholischen Kirche konnten sich wagemutige Kinder – auch eine Grossmutter wurde gesichtet! – auf einem Parcours auf John-Deer-Traktörli in die Tiefe hin zur Neugasse stürzen, gesichert durch mit schwarzer Folie eingepackte Strohballen. Für 50 Rappen war man dabei. Beim Ziel unten an der Neugasse froren junge Mädchen beim Zeitmessen. Per Funk wurden Informationen ausgetauscht. Glücklicherweise machte der Regen manchen Kindern überhaupt nichts aus. Der Erlös kommt den Buben und Mädchen des Ministrantendienstes zugute.




Auch die Jungschi war erneut an ihrem «Stammplatz» westlich des Postgebäudes anzutreffen. Tapfer trotzte auch sie dem Regen.

«Highlights» für Jugendliche und Tanzfreudige
Die Verantwortlichen des Abends werten nun ihre Erfahrungen aus. Je nach «Resultat» kann sich der nächste Oberuzwiler Jahrgang auf eine Chilbi-Nacht unter Seinesgleichen freuen. Auch die Jungschi hielt dem Regen stand. Partyfreunde ab 18 Jahren trafen sich auch hier mit Eingangskontrolle – zu einer 90’s-Party im Kulturlokal der Alten Gerbi zu Musik und Tanz, dies nach dem Grosserfolg der ersten Party von letztem Jahr. Organisiert wurde der Anlass vom Verein «Glatt Events» mit dem Ziel, den Zusammenhalt im Dorf zu stärken.
Das Jugendparlament bot zum ersten Mal einen Begegnungsabend für Vierzehn- bis Zwanzigjährige im Jugendraum MONDO im Obergeschoss der Alten Gerbi an- Eintritt nur mit ID… Dem Vernehmen nach war dieser Anlass recht gut besucht.


Seit jeher auf dem Platz…
Auf der Scooterbahn war am Samstag leider wenig los, am Sonntagnachmittag dann aber doch ziemlich Betrieb. Und für die Kleinsten stand wieder ein in allen Farben blinkendes, mit unüberhörbarer Musik werbendes Karussell auf dem Kiesplatz. Ältere Semester kennen diese Bahn vermutlich noch als «Reitschule», auch wenn es längst nur noch selten Pferde zum Besteigen gibt. Heute machen offenbar Fahrzeuge aller Art viel mehr Freude. Wer die glänzenden Äuglein der kleinen Mitfahrenden sah, konnte seine Rührung darüber dennoch kaum verbergen. Diese beiden Bahnen haben die «Aufrüstung» auf den Rummelplätzen bis jetzt überlebt, denn bereits vor 60 Jahren gab es diese Chilbi-Attraktionen.


Viel Arbeit hatte auch das Chilbi-Komitee, welches sich auf missliche Wetterverhältnisse einstellen musste. Von dieser Arbeit merkt man allerdings meistens erst dann etwas, wenn es irgendwo nicht klappen sollte. Auch sonst wird hinter den Kulissen viel für diesen Grossanlass getan. Viel Herzblut steckt darin – man sollte dies unbedingt wertschätzen!












