Schüeli 2026 mit viel Sonne, «Sound» und Schattensuche

Schüeli 2026 mit viel Sonne, «Sound» und Schattensuche

29. Juni 2026 Aus Von Annelies Seelhofer-Brunner

Man wusste es schon lange: Die Schüeli 2026 würde richtig heiss werden, und dies in jeder Hinsicht. Der Wetterbericht versprach Rekordtemperaturen. Im Schüeli-Büechli gab es diesmal kein Editorial des Gemeindepräsidenten, sondern zum Nachdenken anregende Worte des Fussballspielers Ivan Martić, ehemaliger Profi beim FCSG und heute Trainer des FC Uzwil.

Seit der Aufwertung des Sägeweihers fehlen momentan viele ehemalige Schattenspender. Und die neugepflanzten Büsche sind noch im «Baby-Stadium». Festwirt Pascal Germann hatte deshalb mehrere Schirme gekauft. Sehr begehrt waren auch die beiden Wassernebeldurchgänge, ständig benutzt, von manchen mit offenem Mund jedes noch so kleinste Tröpfchen einsaugend. Natürlich wurden auch die von der Wasserkorporation eigens für die Schüeli eingerichteten Wasserhähnen eifrig benutzt. Man arbeitet da mit den zuständigen Stellen immer eng zusammen.

Auch die Bäume am Anfang der Wiese brachten Kühlung, es war fast wie in der Badi – Tüchlein an Tüchlein und dichtgedrängt draufsitzend die Schattenhungrigen. Und manche Kinder und Jugendliche – aber auch Familien – vergnügten sich auf eigene Weise.

Attraktives Rahmenprogramm

Dank vieler Sponsoren konnte auch diesmal wieder ein attraktives Rahmenprogramm angeboten werden. Für die Buben und Mädchen aus allen Oberuzwiler Kindergärten gab es am Freitagmittag – wie bereits seit mehreren Jahren – eine Spezialaufführung. Zauberer Arthur Roscha schlug – vermutlich auch dank seines hohen Zauberhutes – die Kinder sofort in seinen Bann. Er mochte allerdings selten allein zaubern, sondern suchte immer neue Mitspielende aus dem quirligen Publikum. Dieses gab ihm denn auch immer wieder lautstarke Rückmeldungen. Das Staunen war ebenfalls hörbar, wenn beispielsweise ein vor aller Augen mehrmals durchgeschnittener Strick plötzlich wieder ganz zum Vorschein kam. Es war schon erstaunlich, wie die Kinder auf jedes Wort des Mannes hörten. Kaum versprach er etwas, was dann doch nicht eintraf, schon ging ein Riesengeschrei los.

Fragen über Fragen

Natürlich staunten auch die Betreuungspersonen. Wann hat man denn schon je einen derart grossen Zauberstab gesehen, aus einem kleinen Format zünftig in die Länge gezogen? Interessant auch, dass heute bereits einzelne der jüngsten Kinder Lateinisch können, rief doch ein Bub auf die Frage nach einem Zauberspruch: „Experiamus!“ Blaue Tüchlein wurden – schwuppdiwupp – rot, hinter den Ohren der Kinder fand der Zauberer Geld, welches er gut hörbar in ein Gefäss plumpsen liess und ein Würfel sollte verschwinden, war aber weiterhin sichtbar… Lauter verblüffende Zaubertricks, welche auch die Erwachsenen vermutlich kaum durchschauten. Genau das macht ja den Zauber eines Zauberers auch aus. «Wie funktioniert denn das?» blieb als Frage im Singsaal der Oberstufe hängen…

Lehrer-Schüler-Match

Der Lehrer-Schüler-Match, früher jeweils in den abenteuerlichsten Kostümen unter den Lehrpersonen ausgefochten, war diesmal interessant aufgestellt. Schon der Einzug der beiden Mannschaften versprach ein Spektakel. In Anlehnung an die laufende WM der Männer trugen die Kinder und Jugendlichen T-Shirts in Rot, die Lehrpersonen – Kanada! – in Weiss. Seit letztem Jahr spielen nun jeweils vier verschiedene Teams gegeneinander, so Oberstufe – OS – Knaben gegen OS-Lehrer, Oberstufe Mädchen gegen OS-Lehrerinnen, aus der Primarschule – PS – Knaben gegen PS-Lehrer und Primarschulmädchen gegen PS-Lehrerinnen. Da die Frauen dabei eher «Mangelware» sind, helfen sich PS und OS jeweils nach Bedarf aus. Es ist natürlich Ehrensache für die Schülerinnen und Schüler, dass sie ihre Lehrpersonen besiegen. Nur hat das diesmal nicht so ganz geklappt: Schlussresultat 5:4-Sieg für die Lehrerschaft. Übrigens müssen sich die Jugendlichen aus der OS für dieses Schüeli-Highlight bewerben. Diesmal war das jedoch nicht nötig, da sich genau je sieben Spielerinnen und Spieler gemeldet hatten..

Kurz vor Match-Beginn hatte es ein paar Tropfen geregnet, in der etwas ferneren Umgebung sah man Blitze zucken – ob das Wetter halten würde? Schon war der Rasen etwas feucht, was zu vielen Ausrutschern, ja sogar zu Purzelbäumen von Kindern und Lehrpersonen führte. Allerdings hörte der himmlische Wasserhahn schnell wieder auf zu sprudeln, machte erst spät in der Nacht kurz nochmals auf. Unzählige Interessierte verfolgten das Spektakel…

Musik, Musik, Musik

An beiden Turniertagen kamen auch musikalisch Interessierte auf ihre Kosten. Der Kinderchor «Chupa-Chups» unter Leitung von Amara Noser setzte sich am Freitagnachmittag im heissen Zelt in Szene. Mit «Up in the Sky» heizte er dem interessierten Publikum gleich zu Beginn tüchtig ein. Der Chor hatte allerdings gegen einen hohen Lärmpegel der Zuschauerschaft einen etwas schwierigen Stand.

Nach dem Lehrer-Schüler-Match hatten die Oberstufen-Schülerbands ihre Auftritte. In drei halbstündigen Blocks zeigten sie, was sie im Wahlfach Musik eingeübt hatten. Es passt zu einem solchen «Dorffest», dass auch der musische Teil seine Bedeutung bekommt. Leiterin Enid Münger war da ganz in ihrem Element.

Bläserensembles

Auch am Samstag gab es einen musikalischen Tupfer. Die Bläserklasse Oberuzwil und die Betti-Players samt ihren jüngsten Spielerinnen und Spielern zeigten, was sie rhythmisch und melodisch draufhaben. Primarlehrerin Helena Castiglione unterstützte das Ensemble an der Klarinette.

Die Musikschullehrkräfte Patrik Arnold und Regula Weiss dirigierten in luftigen Sommerdresses, denn die Hitze war fast unerträglich. Davon liessen sich die Musizierenden aber nicht beeinflussen. «Freude, schöner Götterfunke» passt schliesslich auch bei Hitze…

Dromedar und Trampeltier

Am Samstag verirrten sich sogar zwei Kamele nach Oberuzwil. Mutige Kinder durften während fast des ganzen Tages einen Ritt entweder auf einem Dromedar – einhöckrig – oder auf einem Trampeltier geniessen. Dank einem Hochsitz konnten die interessierten Kinder auf die doch recht stattlichen Tiere steigen, mit dem Kamelführer ein paar Runden auf der Wiese neben der Tartanbahn geniessen und dann wieder absteigen. Ob sie den Passgang wohl gespürt haben? Das Angebot fand jedenfalls Anklang.

Fussball wurde auch gespielt…

Am Samstagmorgen übten sich Fussballfans auch mit einem speziellen Ball an der Dart-Wand des FC Wil. Es winkten kleine Preise. Daneben wurde aber auch «richtig» Fussball gespielt, wie immer mit grossem Einsatz. Doch bekam man mit manchem Kind im Goal wirklich Mitleid, wenn eins ums andere Mal der gemeine Ball in seinem Tor lag. Und einige weinten sich bei ihren Eltern aus, weil ihre Mannschaft verloren hatte. Wie immer war das Lesen der Team-Namen ein besonderes Vergnügen. Sogar der FC Barcelona war auf dem Feld…

Gesellschaftlicher «Nutzen»

Die Schüeli ist bestimmt einer der Anlässe in Oberuzwil, an welchem sich die ganze Bevölkerung trifft. Da spielt es keine Rolle, was jemand trägt oder welches seine oder ihre Muttersprache ist, es sind einfach alle stolz auf ihren Nachwuchs, treffen Bekannte, verpflegen sich auf Platz. In diesem Sinne stimmt der Spruch: «Fussball vereint!» Und glücklicherweise spielen da Spielerlöhne noch keine Rolle…

Grosser Aufwand für das Schulpersonal

Jedes Jahr leisten die Lehrkräfte einen grossen Aufwand hinter den Kulissen, damit das unterdessen zum wichtigsten Dorffest herangewachsene Fussballfest auch stattfinden kann. Allein die doppelte Organisation der Spiele – Schönwetter- und Schlechtwetterprogramm – ist ein Kraftakt. Mehr als 70 Teams kämpften diesmal gegeneinander. Dazu kommt die ganze Verpflegung auf dem Platz, die Organisation der Abfallbewirtschaftung, die Betreuung der verschiedenen Angebote. Seit für Trinkbecher ein Depot bezahlt werden muss, sieht man keine solchen mehr auf den Spielfeldern herumliegen. Auch den vielen Sponsoren gehört ein grosses Dankeschön, helfen sie doch mit, dass Jahr für Jahr attraktive Events auch neben dem Fussball stattfinden können.